Allgemein

Im Januar 2016 habe ich eine Email von Norddeich TV erhalten mit der Frage, ob ich nicht Lust hätte bei etwas „Neuem“ Teil zu haben. Mit in der Email der Link zu diesem Clip.

Mein erster Gedanke: „Als was wollen die mich haben, als Hindernis? :-)“ Im weiteren Verlauf wurde dann schon klar dass es meinem Gegenüber um eine ernste Teilnahme am deutschen Format von Ninja Warrior geht, eine Show die schon in vielen anderen Ländern, besonders aber in den USA und UK enorm erfolgreich war. Auf die Frage nach dem Ablauf hieß es „Komm einfach zum Casting  dann sehen wir“.

Casting (2)

Gesagt getan, ich trommelte im Rahmen meiner FB-Community ein kleines Team zusammen und wir führen nach München. Vorbereitung 0,0 – warum auch, keiner wusste was uns genau erwarten würde.

Beim Casting wurde dann schnell deutlich welches Ausmaß das Ganze in etwa haben würde und was verlangt wird. Als Bodybuilder mit dem vielen Körpergewicht, den sperrigen Muskeln, den geführten und stetig sauberen Bewegungen hat man es in der Welt von Ninja Warrior sicher nicht leicht. Trampolinsprünge ans Seil, Hangeln, Schwingen, Hochsprung und Co, all das hatte ich schon etliche Jahre nicht mehr gemacht.

Casting (1)

Wir hatten Spaß – Das man uns wirklich mit in die Show nimmt war bis dato unklar

Du bist dabei! – aber noch nicht sicher

Anfang April erreichte mich dann (ich kam frisch von der FIBO nach Hause) ein großes Couvert mit Kandidatenverträgen. Die Freude war groß, eine sichere Zusage war das aber noch nicht. Was tun? – Ich komme wahrscheinlich in die Show, die Aufzeichnungen werden irgendwann im Mai stattfinden das ist verdammt wenig Zeit. ICH MUSS MEIN TRAINING UMSTELLEN

Direkt am 11.04. begann ich also damit, mein Training umzustellen

  • Mehr Ausdauertraining
  • Balance-Training
  • Training der Griffkraft

So weit so gut – das alles ist aber nur die Spitze des Eisbergs, denn wirklich spezifisches Training für Ninja Warrior lässt sich nicht in einem gängigen Fitness-Club abhalten, darum beschloss ich für die nächsten Wochen das Krafttraining enorm einzuschränken (2x die Woche) und mich in einer Boulderhalle anzumelden – nein nicht nur anzumelden, ich suchte mir einen Coach und würde fündig bei Stephan, Boulder-Parcour-Bauer und selbst erfahrener Kletterer aus dem Boulderpark Gersthofen.

In ihm fand ich einerseits einen guten Trainer andererseits aber auch eine Person die mir definitiv meine Grenzen aufgezeigt hat. Was im folgenden Clip der nach ca. 4 Trainingswochen entstand schon sehr leicht und gut aussieht war verbunden mit etlichen Blasen, abgeplatzter Haut, Schürfungen und einem stark eingedellten Ego.

Dass der Einstieg ins Training trotz fester Zusage sich gelohnt hatte erfuhr ich am 15.04. also genau 5 Wochen vor der Show – „Ziemlich knapp liebe Leute von RTL“ und genau darum war ich um jeden vorherigen Tag froh den ich schon nutzen konnte.

Meine Trainingswoche sah in etwa so aus:

Montag                Bouldern, Parcour-Training

Dienstag              Krafttraining 1, Slackline-Training

Mittwoch            Ausdauertraining, Slackline-Training

Donnerstag        Krafttraining 1, Slackline-Training

Freitag                 Bouldern, Parcour-Training

Samstag              Ausdauertraining, Slackline-Training

Sonntag               Ruhetag

Neben dieser für mich drastischen Umstellung des Trainings entschloss ich zudem Gewicht zu machen und konnte so binnen 5 Wochen noch 5,5kg abnehmen.

Die Strategie?

HBN-konforme Reduktionsdiät, allerdings mit einem ausgedehnten Fastenfenster nach dem Frühstück und dem Einsatz von EAA (dazu in Kürze mehr!!)

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Etwa 2 Wochen vor Tag X erhielt ich eine FB-Mail von einem Verrückten namens Michael Wohlfart. Er erzählte mir tatsächlich von seinem eigenen Ninja-Warrior-Trainings-Parcour im heimischen Garten des Vaters in Ludwigshafen und fragte mich, ob ich nicht mal vorbeischauen wolle. „Wie irre ist das denn“ dachte ich mir, wollte aber auf keinen Fall eine gute Gelegenheit für ein Training missen und fuhr darum nach Ludwigshafen.

Am Donnerstag vor dem entscheidenden Samstag stellt ich dann alle Trainingsmaßnahmen ein, begab mich ins Tapering und fing an, mit Kohlenhydraten den Energielevel anzuheben.

Fazit

Die Vorbereitungszeit auf Ninja Warrior war für mich auch ohne eigentlichen Event schon ein enormer Zugewinn. Neue Herausforderungen haben eindeutige Grenzen aufgezeigt an denen ich auch künftig weiter arbeiten möchte. Ich bleibe Bodybuilder ABER eben einer, dessen Trainingsalltag sich nicht nur auf das Fitness-Studio und auch nicht nur auf klassisches Krafttraining beschränken wird, DAS sage ich voraus

SHOWDOWN

Er war soweit – Am 20.05 machten wir (Vanessa, Tyler und ich) uns auf nach Karlsruhe wo am 21.05. die Aufnahmen geplant waren.

Nach dem Check-In, einem Abendessen und einer eigentlich recht ruhigen Nacht wurden am Samstag dann noch die letzten Vorbereitungen getroffen bevor ich mich auf den Weg zur Halle machte

Die Form hat gepasst nur leider bringt einem die Form nichts bei Ninja Warrior  🙂

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Angekommen an der Halle wurde ich direkt in Empfang genommen und sah damit dann auch schon alle diejenigen die sich heute mit mir gemeinsam dem Parcour stellen würden. Unter uns – teilweise echte Freaks 🙂 Ganz am Ende  – was sehe ich da  —  ein breites Kreuz, ich konnte es nicht glauben, Waldemar Zimbelmann (Sieger Loaded Cup M3) war auch am Start. Als die „Aussenseiter“ haben wir uns direkt angefreundet und haben letztlich dann erfahren, dass wir sogar nacheinander an den Start gehen würden.

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Kostüm-Check, Sicherheitseinweisung, Green-Box-Interview und Co, alles war wirklich aufs letzte durchgeplant, darum an dieser Stelle mal ein RIESEN Kompliment an das Team rund um Ninja Warrior. Ich denke ich spreche für alle Teilnehmer wenn ich sage, dass wir uns alle sehr wohl und gut betreut gefühlt haben.

Wobei „wohl gefühlt…“ 🙂  nicht wirklich aber das lag nicht am Team

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Letztlich war es dann nach gefühlten 12 Stunden soweit, ich wurde in den Aufwärmraumgeholt und kurze Zeit später stand ich dann auch auf dieser Plattform, die Sirenen läuteten den Countdown ein und ich lief einfach nur los….

RESÜMEE

Die Vorbereitung auf Ninja Warrior Germany war hart, teilweise beschwerlich und kratzte enorm am Ego eines Sportlers der meint „eigentlich ganz fit zu sein“. All das hat sich letztlich aber in Wohlgefallen aufgelöst. Nicht nur, dass ich meine komplette Einstellung zum Sport wieder einmal hinterfragt habe, ich habe etliche klasse Sportlerinnen und Sportler auch mal außerhalb des Bodybuildings kennen gelernt, ich hatte Spaß UND ich hatte wieder einmal dieses unglaubliche Kribbeln vor einem Auftritt den dieses Mal mehr als nur wenige hundert Leute sehen werden.

VERFOLGT UNBEDINGT NINJA WARRIOR GERMANY – Ich für meinen Teil werde definitiv diesbzgl. am Ball bleiben und mich für 2017 anmelden sobald es die Gelegenheit dazu gibt

SPORT FREI

Euer

Holger Gugg

www.body-coaches.de