Gesundheit

In unserer Familie gab es schon immer Hunde. Ich bin mit ihnen aufgewachsen und schwärme darum aus vollster Überzeugung. Die Bindung die ein Mensch mit einem Hund, aber auch ein Hund mit einem Menschen aufbauen kann, gleicht dem von Vater und Kind oder vom bestem Freund bzw. bester Freundin. Katzen mag ich irgendwie nicht so sehr, ich kann nicht genau erklären warum. 🙂

In meinen Betreuungen erlebe ich, wie Schützlinge mit eigenem Hund insgesamt mehr Kalorien verbrauchen als die ohne Haustier. Hunde sorgen für Bewegung und gute Laune! Diese Annahmen machen sie neben etlichen anderen Eigenschaften zu einem tollen potenziellen Partner für Menschen die entweder „bewegungsfaul“ sind oder sich häufig alleine fühlen.

Heute stelle ich dir einige interessante Arbeiten vor die aufzeigen, welchen gesundheitlichen Mehrwert es für dich bedeuten könnte, dir einen Hund ins Haus zu holen.

Viel Spaß!

Holger mit Hund

Bei Wind und Wetter – Hundebesitzer sind aktiver!

Die Studie von Yu-Tzu Wu et al (1) zeigt, dass Hundebesitzer die auch bei schlechtem Wetter mit ihrem Vierbeiner vor die Türe gehen insgesamt aktiver durchs Leben gehen als Menschen ohne Hund.

Konkret ließ sich dies in Verbindung mit Niederschlägen und verbrachter Zeit unter aktiven Bedingungen an 3123 beobachteten Probanden feststellen, wie beigefügte Charts zeigen. Diejenigen die auch an Tagen mit sehr schlechtem Wetter Gassi gingen verbrachten etwa 20% mehr aktive Tageszeit als hundelose Zeitgenossen an denselben Tagen.

 

Tabelle - körperliche Aktivität mit Hund        Tabelle - Sitzende Zeit mit Hund

Hunde bringen Bewegung ins Leben

Auch ohne Schlechtwetterbedingungen ist es einer Studie von Westgarth et al (2), verglichen mit hundelosen Menschen, 4x wahrscheinlicher, dass Hundebesitzer aktuelle Richtlinien für körperliche Aktivität zur Gesunderhaltung erfüllen.

Ins selbe Horn bläst die Studie von Reeves et al (5). Von 5900 in die Untersuchung involvierten Probanden waren 2170 Hundebesitzer. Von denjenigen die regelmäßig mit ihrem Hund spazieren gehen (mindestens 10 Minuten täglich) erfüllten stolze 60% die Mindestanforderungen an Bewegung für bestmöglichen Erhalt der Gesundheit. Bei den Nicht Hundebesitzern waren es gerade mal etwa 33%. Die spannende Beobachtung – einen Hund zu besitzen sorgte nicht nur für mehr aktive Minuten mit dem Vierbeiner, sondern insgesamt mehr Bewegung und körperliche Aktivität beispielsweise im Garten, beim Sport oder beim Tanzen.

Dass der Hund dem Menschen den Rang als hilfreichem Partner für Spaziergänge ablaufen kann geht aus einer weiteren Studie (6) an älteren Probanden eines betreuten Wohnheims hervor. Die Teilnehmer durften entweder mit einem Heimpartner spazieren gehen, oder sich ein Tier aus dem Tierheim schnappen. Tatsächlich verbesserte sich binnen 12 Wochen die Fitness der Gassi-Geher deutlich stärker als die der Spaziergänger.

Hunde die besten Freunde des Menschen

Messbar bessere Stresstoleranz

Allen et al (4) fanden heraus, dass Haustierbesitzer offensichtlich merklich besser in der Lage sind auf Stressoren zu reagieren und diese zu regulieren. Verglichen mit Nicht-Haustierbesitzern waren messbar:

  • Verringerter Blutdruck in Ruhe (diastolisch und systolisch)
  • Verringerter Puls in Ruhe
  • Schnellere Rückkehr genannter Marker nach akuten Stressereignissen

Rosi ruht sich aus

Gut fürs Herzkreislaufsystem

Eine umfangreiche Datenanalyse von Levine et al (8) kommt nach Sichtung aller vorhandenen Studien zu folgenden Schlussfolgerungen:

  • Der Besitz eines Haustieres, insbesondere eines Hundes, ist wahrscheinlich mit einem verminderten kardiovaskulären Risiko assoziiert
  • Der Besitz eines Haustieres, insbesondere eines Hundes kann als sinnvoll angesehen werden um das kardiovaskuläre Risiko zu senken

Die richtige Einstellung braucht es dennoch

Nach Christian et al (3) bedeutet einen Hund zu haben nicht automatisch aktiver zu sein. In deren Review stellen die Forscher zwar fest, dass es einen positiven Zusammenhang zwischen dem Besitz eines Hundes und dem Grad körperlicher Aktivität gibt. Aus der verfügbaren Literatur ging jedoch auch hervor, dass bei weitem nicht alle Hundebesitzer das nötige Verantwortungsgefühl und die nötige Motivation entwickeln um mit ihren treuen Begleitern regelmäßig auf Tour zu gehen.

Hunde in einer Beziehung

Haustiere und Depressionen

Tatsächlich hätte ich das Ergebnis eines Reviews von Carr et al (7) anders vermutet. Aus deren Datenerhebung ging keiner klarer Zusammenhang zwischen dem Besitz eines Haustieres und einer verringerten Wahrscheinlichkeit für Depressionen hervor. Ausnahmen seien wohl obdachlose Kinder, Menschen die alleine Leben oder Menschen die ihren Partner verloren haben. Subjektiv verbinde ich mit einem Haustier neben Verantwortung auch Lebensfreude. Hier zeigte sich nach Sichtung von 30 Studien jedoch ein anderes Bild.

Tabelle - Depressionen mit Hunden

Diese Sportarten kann ich mit meinem Hund zusammen ausführen

Mit etwas Einfallsreichtum lässt sich mit einem Hund weitaus mehr machen als nur Gassi zu gehen. Im Verlauf der Jahre sind mir diese Sportarten bereits untergekommen die Hundehalter mit ihren Vierbeinern zusammen betrieben haben. Interessante Infos hierzu finden sich auch bei Dikdiks. Es gibt sicher noch weitere, die allesamt die Gesundheit von Hund und Halter fördern:

  • Laufsport
  • Radfahren
  • Skifahren
  • Doga (Yoga mit Hund)
  • Frisbee
  • Fußball
  • Schwimmen

Hunde und Bewegung

Resümee

Nüchtern und sachlich lässt sich festhalten, dass Hunde in der Lage sind, müde, faule Knochen in Wallung zu bringen. Mehr Bewegung bedeutet für uns alle zwangsläufig auch bessere gesundheitliche Voraussetzungen. Bevor du nach studieren dieses Beitrags nun aber direkt losrennst um dir einen Hund zu besorgen denke daran, dass jedes Haustier auch Aufmerksamkeit braucht, Zeit in Anspruch nimmt und artgerecht gehalten werden muss. Der Umgang mit einem Lebewesen kann ein wahrer Segen sein, bedeutet jedoch immer auch eine große Verantwortung – sei dir dieser bewusst und genieße dann das Leben mit einem vierbeinigen Partner in vollen Zügen!

Gesunde Grüße

Dein

Holger Gugg

Holger Schlussbild

Quellen

1.

https://jech.bmj.com/content/71/9/905

2.

https://www.nature.com/articles/s41598-019-41254-6

3.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23006510/

4.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12271103/

5.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21487144/

6.

https://www.researchgate.net/publication/290438903

7.

https://doi.org/10.1080/13607863.2018.1503999

8.

https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/CIR.0b013e31829201e1#T1