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Zum eher traurigen Alltag eines Nutrition-Coach gehören auch Sichtungen von Schützlingen die eigentlich hervorragend abgenommen haben, nun aber statt stählernem Six-Pack etliches an überschüssiger Haut über den Bauchmuskeln hängen haben. Da so etwas keine Aufnahme darstellt, möchte ich mit dem heutigen Artikel zum einen Ursachen dieses Phänomens klären und zum anderen Möglichkeiten aufzeigen dagegen vorzugehen so gut es eben geht.

Warum überschüssige Haut nach dem Abnehmen?

Die Haut ist das größte Organ unseres Körpers. Sie fungiert als schützende Barriere und besteht mitunter aus Proteinstrukturen wie Kollagen und Elastin. Während Kollagen 80% der Hautstruktur ausmacht dient Elastin dazu der Haut Elastizität aber auch Festigkeit zu verleihen. Je mehr „Körper“ sich unter der Haut bildet, desto mehr weitet sich diese aus. Wird Haut aus diversen Gründen (z.B. Übergewicht, Schwangerschaft, schnelles Muskelwachstum) über eine gewisse Zeit stark gedehnt werden damit Kollagen- und Elastin Fasern beschädigt die damit ihre Fähigkeit verlieren sich zurück zu bilden (1). Interessanter Weise stellen einige Untersuchungen fest, dass sich nach größerer Gewichtsabnahme zudem strukturelle Veränderungen der Haut ergeben. In Klartext enthält diese weniger Kollagen als in junger, gesunder Haut üblich (2,3,4).

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Diese Faktoren beeinflussen die Elastizität der Haut

  • Dauer des bestehendes Übergewichts (oder anderer Gründe siehe oben)
  • Ausmaß des Gewichtsverlusts (je mehr Gewichtsverlust desto höher die Wahrscheinlichkeit)
  • Alter (Der Kollagengehalt der Haut nimmt mit dem Alter ab (5))
  • Genetik (Die Beschaffenheit der Hautstruktur wird uns in die Wiege gelegt)
  • Sonne (Dauerhafte Sonnenbestrahlung reduziert Kollagen und Elastin (6,7))
  • Rauchen (Es verringert die Kollagenproduktion und schädigt bestehende Fasern (8))

Probleme mit loser Haut ergeben sich natürlich insbesondere in Hinblick auf die Selbstwahrnehmung, das Selbstwertgefühl und die Stimmung (9,10), es gibt aber auch Berichte von Personen die dadurch in ihrem Alltag von Einschränkungen klagen insbesondere bei körperlicher Aktivität (11,12)

Fazit

Eine Zunahme der Körperdimension dehnt die Haut und verursacht damit Schäden an wichtigen Bestandteilen die eine komplette Rückbildung erschweren oder verhindern. Mehrere Faktoren über die individuelle Hautbeschaffenheit und die Wahrscheinlichkeit loser Haut nach dem Abnehmen die nicht immer nur ein rein optisches Problem darstellt.

Was kann man tun?

Insbesondere bei Fällen wie sie im Sport auftreten mit noch geringerem Ausmaß besteht die Chance auf unterstützende Hilfe durch diese Maßnahmen:

Krafttraining

Krafttraining eignet sich über seinen „muskelaufbauenden“ Effekt hervorragend dafür den Muskeltonus zu erhöhen und straffe Haut etwas mehr anliegen zu lassen. Studien bestätigen einen signifikanten Effekt bei Jung und Alt (13,14)

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Kollagen supplementieren

Zwar wurde es nie in Zusammenhang mit der „Rückbildung“ loser Haut untersucht, dennoch weiß man von Kollagenhydrolisat (Hydrolisiertes Kollagen) um einen schützenden Effekt auf Kollagenbestandteile der Haut (15). Bei Juher et al (17) erhöhte sich dank Kollagensupplementierung über 4 Wochen die Menge an Kollagenpeptiden in der Haut signifikant. Auch 12 Wochen nach der Einnahme war dieser Effekt noch messbar.

Ausreichend Protein

Insgesamt stellt eine ausreichende Proteinzufuhr die Grundvoraussetzung für gesunde, widerstandsfähige Haut dar. Besonders wichtig ist hier die Versorgung mit Lysin und Prolin da diese für die körpereigene Kollagensynthese benötigt werden.

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Vitamin C

Auch Vitamin C dient der körpereigenen Bildung von Kollagen und schützt die Haut dank seiner Eigenschaft als Antioxidans vor schädigenden Einflüssen durch die Sonne (18).

Omega-3-Fettsäuren

Segger et al (19) stellte in deren Studie mit 24 Probanden fest, dass Omega-3reiche Nahrung offensichtlich in der Lage ist, die Elastizität der haut zu erhöhen. Ein weiterer Grund seinen Omega-3-Index zu kontrollieren und auf Vordermann zu bringen.

Wasser

Nicht nur das Aussehen sondern auch die Beschaffenheit und Funktionalität der Haut lässt sich mit einer guten Hydration positiv beeinflussen (20).

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ACHTUNG

Gewöhnliche hautstraffende Cremes strapazieren den Geldbeuten ohne dabei signifikante Erfolge zu versprechen! Damit Kollagen- und Elastin Moleküle über die Hautbarriere eintreten können bedarf es besonderer Verfahren die wirklich effektive Produkte wie sie von Chirurgen verwendet werden extrem teuer macht!

Chirurgischer Eingriff

Wenn alle oben genannten Maßnahmen nicht greifen, da das Ausmaß überschüssiger Haut einfach zu groß ist, besteht die Option zum Chirurgen zu gehen um sich diese entfernen zu lassen. Für gewöhnlich wird dabei an betroffenen Stellen ein Schnitt gemacht, überschüssige Haut sowie Fettgewebe werden entfernt und alles wird fein vernäht. Was zurück bleibt ist eine sicher sichtbare Narbe. Möglich sind derartige Eingriffe mitunter für die Bauchdecke, für den Unterkörper (Unterkörperlift – Gesäß, Hüfte und Oberschenkel), für den Oberkörper (Brüste und Rücken), oder spezifisch für die medialen Oberschenkel und die Oberarme.

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Alternative medizinische Verfahren

Wer nicht gleich zum Skalpell greifen möchte hat die Möglichkeit zunächst auf alternative Behandlungen zurück zu greifen. Bei VelaShape werden beispielsweise via Infrarotlicht, Radiofrequenz und Massage betroffene Stellen behandelt. Tatsächlich finden sich Studien zur erfolgreichen Anwendung mit signifikantem Verlust überschüssiger Haut an den Armen und am Bauch (21,22). Zur Behandlung via Ultraschall stellen Biersa et al in deren Studie aus 2015 keine optische Verbesserung loser Haut fest.

Resümee

Tatsächlich sind echte Maßnahmen zum beschleunigten Rückgang überschüssiger Haut nach erfolgreicher Gewichtsreduktion rar. Veränderungen des Lebensstils und Ernährungsverhaltens bilden sicher die Grundlage, vielversprechend werden sie aber nur bei geringem Ausmaß wirklich zum Rückgang loser Haut beitragen. Ab einer bestimmten Dimension bietet sich zumindest das beratende Gespräch mit dem Chirurgen an. Wird überschüssige Haut entfernt bedeutet dies immer eine gewisse Narbenbildung, weshalb zunächst alternative medizinische Behandlungen abzuwägen sind.

Quellen

(1)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25671051

(2)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20401759

(3)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19937152

(4)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21479977

(5)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25660807

(6)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17067654

(7)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24639418

(8)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19675554

(9)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23574293

(10)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25477839

(11)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23578737

(12)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23620304

(13)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26583966

(14)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26886262

(15)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26362110

(16)

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jocd.12174/full

(17)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26267777

(18)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15825810

(19)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19160533

(20)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4529263/

(21)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19951194

(22)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20014259

(23)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26155952

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