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Was wir uns nicht alles an Supps einverleiben von denen man genau genommen gar nicht wirklich weiß, ob sie ihr Geld überhaupt Wert sind und ob sich hinter all dem Marketing wirklich ein echter Mehrwert für den Breiten- Freizeit- und Leistungssportler versteckt. Ich führe hier gern immer BCAA oder Glutamin aber auch etwas exotischere Ergänzungen wie sog. Testo-Booster oder freiverkäufliche Myostatin-Hemmer an, bei denen die Datenlage insgesamt mehr als dürftig ist, die aber dennoch im großen Stil verkauft und auch von Sportlern bereitwillig konsumiert werden in der Hoffnung, damit einem sportlichen Ziel näher zu kommen. Was wir hier und heute vorstellen wurde bis dato noch übersehen, dabei ist die Substanz allgegenwärtig, unmittelbarer Bestandteil der Energiebereitstellung und in etlichen wichtigen Organen und Geweben unseres Körpers vorzufinden. Die Rede ist von Q10 und hier nochmal in seiner besonderen Form als Ubiquinol.

Ein Beitrag den ihr auf keinen Fall versäumen solltet!

Viel Spaß

ENZYM“ und „CO-ENZYM“ – was ist das?

Bei Enzymen handelt es sich chemisch gesehen um Proteine mit einer „katalytischen“ Wirksamkeit was so viel bedeutet wie, dass sie in unserem Körper für die Beschleunigung von Stoffwechselreaktionen verantwortlich sind. Enzyme sind dazu in der Lage, da Sie über deren sog. aktives Zentrum die für eine Reaktion benötigte Aktivierungsenergie herabsetzen. Jedes Enzym ist nur für bestimmte Substrate (Substratspezifität) und bestimmte Reaktionen (Wirkungsspezifität) verantwortlich. An den meisten Stoffwechselreaktionen sind zudem mehrere Enzyme beteiligt. Ein Enzym unterscheidet nun weiter vom Co-Enzym, dass dieses aus einer Reaktion zunächst unverändert hervorgeht, während sich das Co-Enzym im Laufe einer Reaktion verändert und zudem als Vermittler zwischen Enzymen auftritt.

Co-Enzym Q10

Aufgaben und Effekte

Das im heutigen Beitrag behandelte Co-Enzym Q10 kennt man bis dato eher aus der Haut-Creme-Werbung, dennoch findet es sich in beinahe jeder Zelle unseres Körpers. Als Bestandteil der Atmungskette ist es entscheidend an der zellulären Energiebereitstellung beteiligt (hier sollte es insbesondere für Sportlerinnen und Sportler bereits das erste Mal klingeln). Noch interessanter wird es über die Tatsache, dass Coenzym Q10 für 95% Bereitstellung der gesamten Körperenergie verantwortlich gemacht wird. Es findet sich aus diesem Grund in hoher Menge in den Kraftwerken unserer Zelle, den Mitochondrien, wo es unabdingbar für die Synthese von ATP, dem universellen Energiesubstrat unseres Körpers benötigt wird und unmittelbar für deren Leistungsfähigkeit verantwortlich scheint. Neben dieser Eigenschaft weiß man von Coenzym Q10 zudem um eigenständige antioxidative Effekte. Co-Enzym Q10 in der Lage die ebenfalls als Antioxidantien bekannten Vitamine E und C zu regenerieren, beteiligt sich an der Genexpression ist Coenzym Q10 beteiligt uvm.


Co-Enzym Q10 nimmt eine entscheidende Rolle bei der Energiebereitstellung in unserem Körper ein, beeinflusst die Genexpression und fungiert zudem als antioxidative Substanz

Versorgung

Zur Versorgung mit Coenzym Q10 stehen mehrere Wege zur Verfügung. Zunächst wäre da die Eigensynthese aus Tyrosin und Meyalonsäure die auch über die Darmflora stattfinden kann wo Coenzym Q10 dann in den Darm resorbiert wird. Einen gewissen Teil der Versorgung übernimmt auch die Ernährung. Mit einer normalen Mischkost geht man von Aufnahmemengen im Bereich von etwa 10mg/Tag (eine wichtige Zahl für das was noch kommt) aus.

Beigefügte Darstellung zeigt beispielhaft den Q10-Gehalt einiger Lebensmittel aufgeteilt in Ubiquinol und Ubichinon. Zum Unterschied kommen wir in Kürze. Anzumerken gibt es hierzu, dass der echte Q10-Gehalt in Lebensmitteln starken Schwankungen unterliegt und sowohl durch den Nährstoffgehalt des Bodens, hohe Pestizidbelastung bei pflanzlichen Quellen oder aber die Fütterung von Nutz- und Schlachtvieh erheblich beeinflusst wird. Ebenso weiß man um stärkere Ubichinol-Verluste durch längere Hitzeeinwirkung.

Ein Großteil der Co-Enzym Q10 Versorgung entstammt der Eigensynthese. Nur ein kleiner Beitrag wird zudem über die Nahrung aufgenommen

Mangel

Für gewöhnlich sollte sich das Aufkommen an Coenzym Q10 im Blut im Bereich von 0-67-0,99mg/l bewegen. Ein Wert unter 0,5mg/l gilt als „Mangel“. Eiweißmangel bzw. ein zu geringes Aufkommen an zur Synthese benötigten Aminosäuren, eine gestörte Fettverdauung (stark lipophiler Charakter), der Einsatz von Statinen (Cholesterinsenker) aber auch das biologische Altern begünstigen einen solchen Mangel. Bei Best-Agern ist dieser insbesondere über eine Abnahme des Q10-Status im Herzmuskel aber auch in anderen Organen wie den Nebennieren, der Bauchspeicheldrüse, der Milz, der Leber oder der Lunge zu erkennen. Der Knackpunkt dieser Entwicklung liegt in der nachlassenden enzymatischen Fähigkeit die inaktive Form von Coenzym Q10 (Ubichinon) in die aktive Form (Ubiquinol) umzuwandeln. Letztlich können auch Stresssituationen, bestimmte Krankheiten, regelmäßiger Alkohol- oder Nikotinkonsum oder aber körperliche Anstrengung an den Q10-Beständen zehren.

Während wir für gewöhnlich in jungen Jahren bei sonst guter Versorgung genug Co-Enzym selbst bilden, ergeben sich neben dem biologischen Altern einige weitere Faktoren die einen Mangel begünstigen können.

Ubichinon und Ubiquinol – Der entscheidende Unterschied

Grundsätzlich gilt es bei Co-Enzym Q10 3 sog. Redoxzustände zu unterscheiden. Ubichinon ist dabei die inaktive, oxidierte Form, Ubisemichinon die teilweise aktivierte Form und Ubiquinol die aktive Form. Eine der wichtigsten Erkenntnisse dieses Beitrags muss für alle Leserinnen und Leser sein, welche enormen Vorteile von Coenzym Q10-Verabreichung in seiner aktiven Form als Ubiquinol ausgehen. So weist die aktive Form von allen die höchste Bioverfügbarkeit auf. Humanstudien zeigen, dass Ubiquinol den Coenzym Q10-Spiegel um 800% effizienter zu steigern vermag als Ubichinon, da es nicht erst in die aktive Form umgewandelt werden muss und da es zudem besser vom Darm ins Blut aufgenommen werden kann (2,7). Ubichinon wird nach der oralen Einnahme von den Enterozyten in der Dünndarmwand resorbiert und in Ubiquinol umgewandelt bevor es in den Blutkreislauf gelangt (16). Eine Nahrungsergänzung mit Ubiquinol hat den Vorteil, dass die Umwandlung von Ubichinon in Ubiquinol hier nicht mehr nötig ist.



*entnommen aus (14)

Interessant

Wie es scheint lässt sich die Aufnahme von Q10 neben der Verwendung von Ubiquinol nochmals verbessern wenn es mit Grapefruitsaft eingenommen wird

Bei Ubiquinol handelt es sich um die aktive, wesentlich besser bioverfügbare Form von Co-Enzym Q10

Gesundheitliche Vorteile

Aus gesundheitlicher Sicht geht von Ubiquinol ein stärkerer Effekt auf Entzündungsmediatoren aus. Ebenso zeigt sich in Studien, dass die aktive Form deutlich stärker antioxidativ wirkt als Ubichinon (1,5). Auch das Auswurfvolumen des Herzens (Ejektionsfraktion) steigt nur unter dem Einfluss von Ubiquinol, nicht aber mit Ubichinon an (4).

Insgesamt stellen mehrere Studien gerade bei Best-Agern mit Herzproblemen positive Effekte aus einer Verabreichung von 50 bis 150mg/Tag Ubiquinol fest, die sich auf eine gesamtheitliche Verbesserung der Lebensqualität auswirken kann wie beigefügte Darstellung zeigt (3,8). Nach Mortensen et al vermag Ubiquinol hier auch die Sterblichkeitsrate zu senken. Das Forscherteam gibt zu Protokoll das „…Q10 seit mehr als zehn Jahren und seit den ACE-Hemmern und den Betablockern das erste Medikament sei, welchem eine mortalitätssenkende Wirkung bei der Herzinsuffizienz nachgewiesen werden konnte“. (6). Letztlich belegt eine Meta-Analye von Stojanović et al, dass die kurzfristige Verwendung (weniger als 3 Monate) von Q10 in Dosierungen unter 200mg pro Tag Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und damit auch den HbA1c-Wert nimmt (18).


Interessanter Nebeneffekt

Zmitek et al zeigen in deren Untersuchung an 33 gesunden Probanden signifikante Verbesserungen der Haut in Sachen Alterung, Faltenbildung und Hautglätte mit dem Einsatz von Co-Enzym Q10. Verwendete Dosierungen lagen im Bereich von 50 bis 150mg täglich für 12 Wochen (17)

Der gesundheitliche Mehrwert einer Verabreichung ist längst noch nicht vollends untersucht. Bereits jetzt finden sich jedoch beeindruckende Ergebnisse insbesondere in Sachen Herzgesundheit

Ubiquinol für Sportler

Auch für Sportlerinnen und Sportler gibt es beeindruckende Meldungen aus Untersuchungen die mit einer Q10-Verabreichung durchgeführt wurden.

Im Jahr 2002 wurde eine kleine aber bedeutende Studie (19) von Forschern aus Australien veröffentlicht, welche die Auswirkungen einer oralen Co-Enzym Q10-Ergänzung beim Mensch untersuchte. Vierzehn Männer erhielten hierzu entweder ein Placebo oder 300mg Ubichinon täglich vor einer Hüftersatz-Operation. Muskelproben aus dem äußeren Oberschenkelmuskel (vastus lateralis) enthüllten erstaunliche Unterschiede zwischen beiden Gruppen. Die Muskeln der Männer mit Q10-Ergänzung wiesen weniger Typ-I-Fasern und mehr Typ-II-Fasern auf als die der Placebo-Gruppe. Warum ist das so interessant? – Nun ja, der Wandel von Typ-II in Typ-I-Fasern zählt zu den typischen altersbedingten Veränderungen von Muskulatur die für einen insgesamt schwächenden Trend verantwortlich sind. Neben der Tatsache das Q10 diesen Trend umkehrte, beeinflusste die Verabreichung zusätzlich die Genexpression innerhalt der Muskelfasern. Insgesamt wurden dank Q10 47 Gene heraufgeregelt die beispielsweise für die Zellsignalgebung, die NO-Produktion oder die DNS-Reparatur verantwortlich sind. Im Gegenzug wurden 68 Gene herabgeregelt die man mit programmiertem Zelltod, Nervenschäden oder Narbenbildung in Verbindung bringt. Die Studie unterstreicht damit den enormen Nutzen von Q10 als Regulator der Muskelgen-Funktion und des Zellstoffwechsels.

 

Aus der sportlichen Praxis kennen wir weitere Ergebnisse wie die einer Studie der Selcuk-Universität in der Probanden für 8 Wochen entweder 100mg Ubiquinol oder ein Placebo verabreicht bekamen. Nach der Einnahme absolvierten alle insgesamt 5 30-sekündige Leistungstests unter Maximalbelastung mit einer festgelegten Satzpause von 2 Minuten. Wie sich zeigte, waren die Q10-Probanden in der Lage deren Leistung bis zum letzten Ergometer-Test verglichen mit der Placebogruppe um über 25% zu steigern. Die Studie belegt damit Krafterhalt dank Ubiquinol unter maximaler Belastung wie wir sie auch mit Krafttraining abrufen müssen. Passend dazu findet sich ein ähnliches Ergebnis auch aus einer Studie mit jungen trainierten Olympiateilnehmern denen man 300mg Ubiquinol täglich über 6 Wochen verabreichte. Die Sportler waren in der Lage deren Powerausstoß signifikant gegenüber Placebo um 2,5% zu steigern (10,11).

Vorteile aus einer Verabreichung von 200mg Ubiquinol vor dem Training ergeben sich auch aus einem reduzierten Aufkommen an oxidativem Stress und zugleich einem erhöhten Aufkommen von NO (Nitric Oxide) welche die Gefäße weitet und damit den Nähr- und Sauerstofftransport, aber auch den Abtransport von Stoffwechselendprodukten begünstigt (5). Auf der anderen Seite zeigte sich bei Fischer et al (9) eine Verbindung zwischen einem zu geringen Aufkommen an Coenzym Q10 und dem Abfall von Kraftleistungen an zwei voneinander unabhängigen Kohorten.

Interessant

Tatsächlich zeigt eine Studie von Langsjoen et al (12) dass sich mit der Verwendung von 200mg Q10 täglich bei Steroidkonsumenten die Auswirkungen einer linksventrikulären Hypertrophie (Wachstum der linken Herzklappe ausgelöst durch Dopingmissbrauch und ein wichtiger Auslöser für kardiovaskuläre Erkrankungen) abschwächen lassen, wenngleich hier auch gegenläufige Untersuchungsergebnisse vorliegen, allerdings mit einer geringeren Q10-Dosierung (13).

Das Potenzial von Co-Enzym Q10 für die Gemeinschaft der Sportler ist bis dato noch wenig bekannt und kaum publiziert, dabei sind die gezeigten Ergebnisse äußerst interessant und bei weitem nicht nur für Best-Ager von Bedeutung

Einnahme

Dr. Iwao Funahashi von der Kaneka Corporation in Japan gilt als Spezialist im Bereich Q10. Seiner Empfehlung zur Folge, sollten Athleten Coenzym Q10 als Ubiquinol in Mengen von 100 bis 300mg täglich zu sich nehmen. Diese Menge gilt nicht nur als sicher, sondern wie oben gezeigt auch als effektiv was Leistungswerte angeht. Natürlich steht neben oder vor einer Verwendung von Ergänzungen immer die Aufnahme über natürliche Lebensmittel. Wie schwierig sich dieses Unterfangen bei Ubichinol gestaltet zeigt jedoch beigefügtes Schaubild:



Wichtig

Die Nahrungsergänzung mit Coenzym Q10 stört nicht die körpereigene Produktion von Coenzym Q10. Nach Einstellung der Nahrungsergänzung mit Ubichinol kehrt der Plasmaspiegel von Coenzym Q10 auf den Ursprungswert zurück (15)

Resümee

Co-Enzym Q10 zeigt sich hier und heute als entscheidende Komponente für die zelluläre Energiebereitstellung und den Kampf gegen ein Überaufkommen an freien Radikalen. Wenngleich der Bedarf in jungen für den Otto-Normalverbraucher wie Eigensynthese und einen kleinen Beitrag aus der Nahrung als gesichert gilt können gerade Best-Ager und Sportler enorm von einer zusätzlichen Supplementierung profieren. Tatsächlich handelt es sich bei Ubiquinol um eine äußerst interessante Substanz mit Potenzial großes für Gesundheit und sportliche Leistungsfähigkeit zu vollbringen.

Sportlicher Gruß

Holger Gugg

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Quellen

[1]

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2352956

[2]

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24979483

(3)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/labs/articles/1153873/

[4]

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19096107

[5]

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27193497

[6]

http://spo.escardio.org/SessionDetails.aspx?eevtid=61&fp=440&doc=abstract#.WRF3wWfZuUl

[7]

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27128225

[8]

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/labs/articles/7255868/

[9]

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27907044

(10)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3661336/

(11)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2315638/

(12)

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9266516

(13)

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10334422

(14)

http://www.orthoknowledge.eu/wp-content/uploads/2016/06/Orthokennis-Ubiquinol-small.pdf

(15)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17482886

(16)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17092667

(17)

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27548886

(18)

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0271531716301890

(19)

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12069109

Bildquelle

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:1QPS.png

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