Ernährung, Gesundheit, HBN

 

In meinem 2-Teiler mit dem Titel „Ist Frühstück sinnvoll? Wir schaffen Klarheit!“ (1) habe ich mich eingangs mit grundlegenden Gegebenheiten wie den Einflüssen der zirkadianen Rhythmik befasst. Über eine Steuerung der Insulinsensibilität im Laufe eines Tages signalisiert unser Körper uns erhöhte Bereitschaft zur Aufnahme von Nahrung zu Beginn des Tages daran besteht kein Zweifel. Teil 2 beinhaltet dann ein kritisch und neutral gehaltenes „Für und Wieder“ mit Ergebnissen aus verfügbaren Beobachtungsstudien aber auch aus kontrollierten Studien die Breakfast-Skipping (das Auslassen des Frühstücks) mit der regelmäßigen Aufnahme von Frühstück vergleichen. Die Ergebnisse sind weit weniger eindeutig als viele vielleicht erwarten würden ABER sie sprechen sich dennoch nach Sichtung aller Facetten dieses Themas dennoch für die regelmäßige Aufnahme von Frühstück aus. By the way für alle Skeptiker wissenschaftlicher Arbeiten .. auch die traditionelle chinesische Medizin sieht in Frühstück eine sinnvolle Sache. DENNOCH halten sich Stimmen Contra-Frühstück vehement und ich muss sagen dies sicher nicht ganz unbegründet, wenngleich die grundlegende Frage die es sich beim Thema Frühstück zu stellen zu stellen gilt nicht die des OB sondern die des WIE sein sollte.

Neue Studie sagt: „Wenn du bereits skippst bleib dabei“

In der neuen Studie von LeCheminant (2) hielten die Forscher 49 nicht an die regelmäßige Aufnahme von Frühstück gewohnte Frauen über 4 Wochen an, diese Gewohnheit

  • entweder beizubehalten und feste Nahrung erst ab 11.30 Uhr zu sich zu nehmen (Gruppe 1)
  • oder mindestens 15% ihrer Tageskalorien künftig vor 8:30 Uhr zu sich zu nehmen (Gruppe 2)

Die Probandinnen der Frühstücks-Gruppe

  • nahmen unterm Strich signifikant mehr Gesamtkalorien zu sich als die Skipper
  • nahmen hauptsächlich mehr Carbs (signifikanter Wert) zu sich als die Skipper
  • nahmen diese Kalorien und Carbs vornehmlich morgens zu sich
  • nahmen dadurch signifikant mehr an Gewicht und Körperfett zu als die Skipper
  • berichteten nicht von verändertem Sättigungsempfinden
  • waren dank Frühstück körperlich nicht aktiver um das Kalorien-Plus zu kompensieren

So heißt es letztlich:

„The findings of our study showed that requiring non-breakfast eaters to eat breakfast

results in higher caloric intake and weight gain. There was no observed caloric compensation at

subsequent meals and no change in self-reported hunger or satiety. There was also no physical

activity compensation with the addition of breakfast.“

Klingt nicht wirklich gut oder?

Sollte man als „Breakfast-Skipper“ also an dieser Gewohnheit fest halten?

In meinen Augen nein, jedenfalls nicht aufgrund des oben aufgezeigten Studienergebnisses. Begründen lässt sich dies einerseits über die Dauer der Studie.

Wie die Forscher der Studie selbst schreiben …

„Even though the participants gained weight in the short term, we cannot make the conclusion that eating breakfast will cause weight gain in the long term“

… handelt es sich hier nicht um ein Ergebnis mit kausaler Aussage. Ein festgefahrenes Essverhalten als Breakfast-Skipper von heute auf morgen umzukrempeln und dann die Veränderungen binnen 4 Wochen zu beobachten ist „nice to know“ hätte man sich genau genommen aber auch sparen können. Unser Körper reagiert wie auf jede Gewohnheit auch auf regelmäßiges Auslassen des Frühstücks kompensatorisch. Er setzt gewisse Regulationsmechanismen in Gang die nun bei einer neuen Verhaltensänderung erst wieder umgestellt werden müssen. Stichwort Metabolismus und auch Sättigung im Sinne des orexischen Netzwerks (4).

Auf der anderen Seite macht auch diese Studie den Fehler den etliche Nicht-Beobachtungsstudien vor ihr schon begangen haben und der in meinen Augen als wichtigster Grund dafür verantwortlich gemacht werden muss, dass die Studienlage zur Frage „Frühstück – ja oder nein“ nicht eindeutiger mit einem JA beantwortet werden kann. Es geht um die GESTALTUNG

Frage an Euch liebe Leserinnen und Leser

Welches Frühstück wird sich in Sachen Blutzucker- und Insulinanstieg, anhaltender Sättigung und dem zur Folge durch eine verminderte Aufnahme von Kalorien im Verlauf des restlichen Tages eher positiv auswirken?

Frühstück 1

  • 1 x Brötchen
  • 1 x Scheibe Toast
  • 1 x Marmelade oder Nutella
  • 1 x Butter
  • 1 x Glas Orangensaft

Frühstück 2

Frühstück 1 ist High-Carb, Moderate-Fat, Low-Protein und Low-Fibre (Ballaststoffe).

Frühstück 2 (by the way, in etwa mein Frühstück) ist High-Fibre, Moderate-Protein, Moderate-Fat und Low-Carb.

Ich denke man muss kein Experte der Ernährung sein um klar zu erkennen, welches Frühstück sättigender, nahrhafter und auch „gesünder“ im Sinne vom Gehalt an Mikronährtstoffen ausfällt und genau DAS ist der Ansatzpunkt den es vermehrt wissenschaftlich aufzuklären gilt. Erste Schritte in die richtige Richtung sind gemacht. Wie die Studie von Leidy et al (3) zeigt, ergaben sich bereits Vorteile aus einem Frühstück reich an Ballaststoffen und Protein anstelle von Kohlenhydraten. Diesen Ansatz gilt es zu verfolgen und dann können all die bisher durchgeführten kontrollierten Studien nochmals wiederholt werden – das Ergebnis würde anders ausfallen… meine Prognose.

Resümee

Wer von Breakfast-Skipping auf ein Frühstück reich an Kohlenhydraten setzt wird anfänglich wie es die Studie zeigt möglicherweise einen Gewichtsanstieg davontragen. DAS ist es was die Studie wiedergibt. Aus diesem Grund zu sagen „einmal Skipper immer Skipper“ wäre falsch! Viel wichtiger als die Frage des OB ist die Frage des WIE und hier lautet meine Empfehlung bereits seit der Veröffentlichung meines Ernährungskonzepts HBN (Human Based Nutrition):

Probiert es aus, egal ob ihr bereits regelmäßig frühstückt oder nicht. Es wird sich bezahlt machen!

Denkt beim Thema Frühstücks-Rezepte an unsere Sammlung HIER oder auf der Fanpage von HBN-FitfoodPlan

Sportlicher Gruß

Holger Gugg

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Quellen

(1)

http://www.body-coaches.de/ist-fruehstueck-sinnvoll-wir-schaffen-klarheit

(2)

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0195666316310315

(3)

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27184285

(4)

https://www.peak.ag/de/classic/peak-blog/was-macht-wirklich-satt-teil-3-orexisches-netzwerk-und-die-Praxis

Bildquelle

  • Jonas Glaubitz/Fotolia.com

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