Allgemein, Diabetes, Diät, Ernährung, Gesundheit, Human Based Nutrition, Neuigkeiten

 

 

Vor gut 2 Monaten erhielt ich eine Mail von Florian. Eigentlich ein ganz normaler junger Mann, sportlich, aktiver Fussballer mit dem Wunsch auch in Sachen Muskelaufbau etwas aufzupacken. Im Rahmen der Anamnese enthüllte Florian mir dann seine kleine und keinesfalls bedeutungslose Besonderheit, er leidet unter Typ 1 Diabetes, allerdings unter einer besonderen Form, denn Florian ist einst mit einer Überfunktion der Bauchspeicheldrüse auf die Welt gekommen die zu viel Insulin produzierte. Kurz nach seiner Geburt wurde er also bereits das erste Mal operiert, wo die Ärzte einen Teil der Bauchspeicheldrüse entfernten. In den ersten Lebensjahren produzierte der verbleibende Teil der Bauchspeicheldrüse noch ausreichend Insulin, mit der Pubertät kam dann aber irgendwann der Punkt an dem es eben nicht mehr reichte. Die Folge daraus war zunächst eine begleitende Gabe von Insulin bis letztlich im Verlauf aber dann doch die Bauchspeicheldrüse ihre Tätigkeit eingestellt hatte.

DER ALLTAG MIT DIABETES TYP 1

Das Resultat ist letztlich also trotz der besonderen Entstehungsgeschichte dasselbe wie beim klassischen Typ-1-Diabetes (einer Autoimmunerkrankung). Florian ist auf regelmäßiges, gezieltes Injizieren von Insulin angewiesen. Die Einheiten werden aus entsprechenden Mengen an Kohlenhydraten ermittelt, es ergeben sich aber auch aus Mahlzeiten und bestimmten Lebensmitteln Konstellationen auf die man besonders reagieren muss. Ziel ist ein relativ konstanter Blutzucker im Bereich von 80 – 140mg/dl. der mehrmals täglich über ein Blutzuckermessgerät zu bestimmen ist. Hierzu führt Florian täglich Protokoll und genau Dieses wird nochmals mehr als interessant!

Das was für jeden „Nicht-Betroffenen“ völlig autoreguliert die Bauchspeicheldrüse übernimmt muss von Florian in Handarbeit selbst eingestellt werden – JEDEN TAG

Hier Florians Statement wie sich stärkere Schwankungen des Blutzuckerspiegels auswirken können:

„Der Zielbereich des Blutzucker liegt im Bereich von 80 – 140 mg/dl. Zeigt das Messgerät einen niedrigeren Wert als 80 an habe ich Unterzucker und muss dringend KH zu mir nehmen, damit er wieder steigt. Wenn ich Unterzucker habe fühle ich mich schlapp, leide unter Konzentrationsschwäche, schwitze und fühle mich extrem unwohl. Im schlimmsten Fall kann es zur Ohnmacht und dem sog. hypogklykämischen Koma kommen. Steigt der Blutzucker über einen Wert von 140, muss ich ausrechnen wie viel Einheiten Insulin ich korrekt zu spritzen habe damit dieser sich wieder im Zielbereich einpendelt. Auch zu hoher Blutzucker (über 140) bedeutet Unwohlsein, ist mit größerem Durst sowie trockenem Mund verbunden. Der Verlauf des Blutzuckers über lange Zeit (gemessen am HbA1c-Wert) kann sich nachhaltig auf die Gesundheit auswirken. Dank überflüssigen Zuckers im Blut verstopfen meine Arterien, was das Risiko auf Funktionsstörungen der Organe aber auch die Chance zur Ausbildung bekannter Diabeteiker-Erscheinungen wie dem Diabetiker-Fuß oder Schäden an den Augen ansteigen lässt.“

Diabetes Typ I – Veränderung dank Umstellung auf HBN

Florian war so freundlich und hat uns zu Veröffentlichungs-Zwecken zwei seiner Blutzucker-Verlaufsprotokolle einmal vor HBN und einmal etwa 4 Wochen nach der Umstellung auf spezfische Ernährungsvorgaben nach HBN zur Verfügung gestellt die wir Euch nicht vorenthalten möchten:

VERLAUFSPROTOKOLL VOR HBN – November 2016

VERLAUFSPROTOKOLL nach Umstellung auf HBN – Februar-März 2017

Auswertung

Um beide Darstellungen und damit die Veränderungen zu deuten muss man kein Ernährungswissenschaftler sein.

-Reduzierung des mittleren Nüchtern-Blutzuckerwerts von 179md/dl auf 139md/dl und damit in die wichtige maximale Referenz von 140!!

-Reduzierung des mittleren pre-prandialen (vor den Mahlzeiten) Blutzuckerwerts von 167md/dl auf 131mg/dl

-Reduzierung des mittleren post-prandialen (nach den Mahlzeiten) Blutzuckerwerts von 166mg/dl auf 117mg/dl

-Gesamtreduzierung des Blutzucker-Niveaus im Mittel von 177 auf 123 (unterhalb 140!!)

-Der Zielbereich wurde damit anstelle von 48,4% aller Messungen in 89,1% alles Messungen erreicht (Verbesserung um 40,7%!!)

DAS veränderte sich dadurch für Florian

„Dank des Ernährungsplanes, der Kohlenhydrate bedarfsoptimimiert und teilweise zusammen mit Blutzucker-regulierenden Zusätzen vorsieht, muss ich auch weniger Einheiten Insulin spritzen. Ein moderater Fettgehalt der Ernährung (Nüsse und Co.) sorgt für einen konstanten Blutzuckerspiegel. Ich habe keine Schwankungen und auch keine Über- bzw Unterzuckerungen mehr“

„Der HBa1C Wert hat sich deutlich verbessert (aktuell bei 6,7%)“

„Zusammenfassend bedeutet das alles für mich ein besseres Lebensgefühl. Ich fühle mich viel wohler und durch die besseren Langzeitwerte auch deutlich motivierter im Umgang mit meinem Leiden. Blutzucker-Schwankungen haben mich früher sehr frustriert, da ich nicht wusste woran es lag. Heute weiß ich das es allem Anschein nach ein falsches Verhältnis bei der Makronährstoff-Gestaltung gepaart mit falschem Timing war.

„Du hast meinen Blutzuckerspiegel so gut eingestellt wie es kein Diabetologe vor dir geschafft hat dafür vielen Dank“

KEIN EINZELFALL

Florians Statement zu positiven Veränderungen dank HBN in Verbindung mit Diabetes Typ 1 ist kein Einzelfall . Auch von Roman K. haben wir bereits im Jahre 2014 ein Statement erhalten das wir Euch in diesen Zusammenhang nicht vorenthalten möchten — HIER GEHTS ZUM BEITRAG AUS 2014

Resümee

Florians Beitrag zeigt viel mehr als nur, dass HBN als eine außerordentlich gute Lösung für bereits Betroffene mit Diabetes Typ1 funktioniert. Es zeigt viel mehr das Potenzial mit gezielten Ernährungsmaßnahmen wie denen aus HBN eine der größten Zivilisationskrankheiten er heutigen Zeit effektiv bekämpfen zu können. Neben Bewegungsmangel stellt falsche Ernährung außerhalb des Bedarfs sowohl bei Kalorien als auch bei Makro- und Mikronährstoffen die größte Ursache für die Entstehung von Diabetes und all seinen Folgeerkrankungen dar.

Wir bedanken uns bei Florian für die offenen Worte sowie das  zur Verfügung stellen der Dokumentation und wünschen uns, dass dieser Beitrag als „Life-Test“ sehr oft gelesen und verinnerlicht wird

Beste Grüße

Holger Gugg

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Bildquelle:
https://en.wikipedia.org/wiki/Blood_glucose_monitoring#/media/File:Blood_Glucose_Testing.JPG

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